Interviews

Seit ein paar Wochen bist Du wieder in Deinem Element. Wie ist es nach dem Sommer, wieder auf Eis zu rodeln?
Vor allem kalt. Nein, im Ernst. So bald es wieder aufs Eis geht, zeigt sich, ob die Vorbereitung gut war und sich eventuelle Veränderungen auszahlen.
Was hast Du verändert im Vergleich zu den Vorjahren?
Ich habe ein viel größeres Augenmerk auf das Ausdauertraining gelegt, um im Saisonverlauf ein konstant hohes Niveau halten zu können. Eine gute Ausdauer ist wichtig, damit die Konzentration hoch bleibt. Ich bin viel gejoggt und auf Skirollern unterwegs gewesen. Außerdem habe ich an meiner Koordination gearbeitet, Konzentrationsübungen, Reaktionsschulungen gemacht und an einigen Defiziten gearbeitet.
Was meinst Du für Defizite?
Ich musste die Rückenmuskulatur etwas stärken.
Und, hat es geklappt?
Ja. Ich bin fit. Meine Werte sind gut. Die zusätzliche Zeit im Kraftraum hat sich gelohnt. Du tüftelst viel wie man weiß. Hat sich auch die Zeit in der Werkstatt beim Schlittenbauen gelohnt? Meine Schienen sind gut. Aber bei der Wanne hatten wir richtig viel Arbeit. Anfangs war ich sehr optimistisch, aber dann waren wir Windkanal und wir haben gesehen, dass der FES-Schlitten nicht der beste war. Die Bayern haben eine andere Wanne, in der man tiefer liegt und der Wind besser abströmen kann. Diese Wanne haben wir dann alle bekommen. Jetzt bin ich zuversichtlich.
Was sind Deine Ziele für diese Saison?
Höhepunkt der Saison ist die Weltmeisterschaft. Dort möchte ich meine Ergebnisse aus den Vorjahren bestätigen und aufs Podium fahren. Auf den Gesamtweltcup schiele ich auch etwas. Das wichtigste ist, dass ich konstant gut bin. Und dann würde ich automatisch ganz gut in der Gesamtwertung liegen. In Oberhof beim Heimweltcup möchte ich auch gut aussehen. Aber dieser Saison kommt noch eine andere wichtige Bedeutung zu. Es ist die vorolympische Saison, wo man natürlich die Bahn in Vancouver noch einmal testen, an der Form arbeiten und Defizite abstellen kann.
Neben dem Sport hast Du Dein Studium als zusätzlich Belastung. Wie kriegst Du alles unter einen Hut?
Als Belastung würde ich das nicht bezeichnen. Das Studium ist eine willkommende Abwechslung und dient neben der Ausbildung für die Zeit nach dem Sport vor allem als Ausgleich. Es ist wichtig, sich auch geistig zu betätigen. Und wir Sportler haben ja die besten Voraussetzungen dafür: In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist.
Weltcup-Wertung
1.

Zöggeler, Armin (ITA)

705
2.

Demtschenko, Albert (RUS)

534
3.

Loch, Felix (GER)

484
4.

Möller, David (GER)

462
5.Rainer, Reinhold (ITA)373

Challenge Cup-Wertung
1.

Zöggeler, Armin (ITA) 

270
2.Möller, David (GER)    240
3.Demtschenko, Albert (RUS) 230 
4.

Kneib, Viktor (RUS)

157 
5.Pfister, Daniel (AUT) 131